Wir fanden einen Pfad: Neue Gedichte

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Wir fanden einen Pfad

Neue Gedichte

Christian Morgenstern

alphabetisch nach Titeln sortiert:

“Brüder!”
An den andern
An eine Freundin
(an einige)
(an manche)
(an viele)
Bedenke, Freund …
Da nimm
Das bloße Wollen …
Das ist der Ast in deinem Holz
Der Engel …
Der Kranke
Die Fußwaschung
Die Sonne will sich sieben Male spiegeln
Die zur Wahrheit wandern
Du Weisheit meines höhern Ich
Du hast die Hand schon am Portal …
Einen Freund über seinen Liebeskummer zu trösten
Erblinden mag ich …
Evolution
Faß es, was sich dir enthüllt!
Geschöpf nicht mehr …
Gib mir den Anblick deines Seins
Hymne
Ich bin aus Gott wie alles Sein geboren
Ich habe den MENSCHEN gesehn …
Ich hebe Dir mein Herz empor
Ich will aus allem nehmen …
Im Baum, du liebes Vöglein dort
Leis auf zarten Füßen naht es
Licht ist Liebe
Lucifer
Mit-erwacht
Mond am Mittag
Nach der Lektüre des Helsingforsers Cyclus 1912
Nun wohne DU darin
O Nacht …
O gib mir Freuden
O ihr kleinmütig Volk
O wie gerne lern ich Milde
Sieh nicht, was andre tun
Stör’ nicht den Schlaf der liebsten Frau
Von zwei Rosen …
Was klagst du an …
Wasserfall bei Nacht
Wer vom Ziel nicht weiß …
Wie macht’ ich mich von DEINEM Zauber los
Wir fanden einen Pfad
Überwinde!

“Brüder!”

Lied für ein neues Gesangbuch studierender Jugend
“Brüder!”—Hört das Wort!
Soll’s ein Wort nur bleiben?
Soll’s nicht Früchte treiben
fort und fort?

Oft erscholl der Schwur!
Ward auch oft gehalten—
doch in engem, alten
Sinne nur.

O sein neuer Sinn!
Lernt ihn doch erkennen!
Laßt doch heiß ihn brennen
durch euch hin!

Allen Bruder sein!
Allen helfen, dienen!
Ist, seit ER erschienen,
Ziel allein!

Auch dem Bösewicht,
der uns widerstrebet!
Er auch ward gewebet
einst aus Licht.

“Liebt das Böse—gut!”
lehren tiefe Seelen.
Lernt am Hasse stählen—
Liebesmut!

“Brüder!”—Hört das Wort!
Daß es Wahrheit werde—
und dereinst die Erde
Gottes Ort!

An den andern

Ich hatte mich im Hochgebirg verstiegen.
Die Felsenwelt um mich, sie war wohl schön;
doch konnt ich keinen Ausgang mir ersiegen,
noch einen Aufgang nach den lichten Höhn;

Da traf ich Dich, in ärgster Not: den Andern!
Mit Dir vereint, gewann ich frischen Mut.
Von neuem hob ich an, mit Dir, zu wandern,
und siehe da: Das Schicksal war uns gut.

Wir fanden einen Pfad, der klar und einsam
empor sich zog, bis, wo ein Tempel stand.
Der Steig war steil, doch wagten wir’s gemeinsam …
Und heut noch helfen wir uns, Hand in Hand.

Mag sein, wir stehn an unsres Lebens Ende
noch unterm Ziel,—genug, der Weg ist klar!
Daß wir uns trafen, war die große Wende,
Aus zwei Verirrten ward ein wissend Paar.

An eine Freundin

Laß den Helden in deiner Seele nicht sterben!
Welkst du hin wie die Blume, der Baum im Herbst,—
höre nimmer doch auf, um den Kranz zu werben!

Alle andern Kränze bleiben zurücke,
schwinden hin wie die Glieder, die sie bedecken …
Dieser bleibt dir allein auf der großen Brücke—

hält dir droben die Geisterstirn noch umschlossen:

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